Simucube Booth at ADAC SimRacing Expo 2022

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Simucube Active Pedal: So bringt es Hardware nach vorn

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Alles deutet darauf hin, dass der nächste große Schritt in Sachen SimRacing-Hardware bei den Pedalen getan werden dürfte. Simucubes Active Pedal zeigt, was bereits möglich ist – und obwohl es für die meisten SimRacer noch nicht erschwinglich ist, deutet es doch an, wohin die Entwicklung geht.

Das High-End-Segment für Pedale ist 2022 dicht bevölkert: Unzählige Hersteller sind in den vergangenen Jahren auf den Zug aufgesprungen und bieten ihre Interpretationen von Pedalen auf Load-Cell-Basis an. Sie alle verwenden entweder Federn, Elastomere oder Hydraulik, um das Pedalgefühl eines echten Rennwagens zu vermitteln. Ihre Sets sind im Vergleich zum Equipment von vor einigen Jahren ein deutlicher Schritt nach vorn, der SimRacern ein gutes Gefühl dafür gibt, was sie unter ihren Füßen haben.

Feedback der Pedale war bislang jedoch kaum ein Faktor: Bass Shaker oder Vibrations-Motoren sind eine Möglichkeit, und hier und da tauchen auch Pedale mit Force Feedback in der Bremse auf, beispielsweise von Simtag. In diesem Bereich können Pedale allerdings auf den nächsten Level gehoben werden: Das ABS im Bremspedal spüren, die Simulation von Hydraulik-Defekten, abgenutzte Bremsen – all dies und mehr könnte im Pedal-Set der Zukunft an Bord sein.

Was Simucubes Active Pedal kann

Das Active Pedal von Simucube kann diese Dinge bereits vermitteln – und mehr. Im Gegensatz zu konventionellen Pedal-Sets, hat man zwei oder drei identische Pedale, die einen Motor verwenden, im Rig, sollte man sich für sie entscheiden, was viele SimRacer wegen des beachtlichen Preises noch nicht tun werden. Den Unterschied macht ausschließlich die Software: Es ist möglich, ein Pedal für alle denkbaren Einsatzmöglichkeiten zu konfigurieren, sei es Bremse, Gas oder Kupplung.

Dies eröffnet die Möglichkeit, beispielsweise das Feeling der Bremse im Handumdrehen zu verändern. Es ist nicht nötig, Elastomere oder Federn per Hand auszutauschen, wenn das Bremspedal von hart zu weich verändert werden soll – dazu muss nur ein Wert in der Simucube-Software verändert oder ein gespeichertes Profil geladen werden. Quasi mit einem Fingerschnippen kann das Pedalset so genau nach User-Präferenz transformiert und das Feedback angepasst werden werden.

© Simucube

Erste Eindrücke des Active Pedal

Das Active Pedal war eine der Hauptattraktionen bei der ADAC SimRacing Expo 2022, und wir konnten uns die Gelegenheit, es zu testen, natürlich nicht entgehen lassen. Das Pedal fühlt sich erstaunlich gut an, wobei wir ein hartes Bremspedal erst ohne, dann mit FFB für das ABS fahren durften, und sogar ein Gaspedal, das Feedback für das ABS aktiviert hatte – was uns einen Dreher ausgangs der Variante Ascari in Monza ersparte.

Was uns aber am meisten überraschte war die Einfachheit, diese Eigenschaften in der Simucube-Software anzupassen. Jede Veränderung in der Pedal-Kurve oder -Härte war sofort spürbar. Die Pedale können für alles zwischen 2,5 und 200kg Druck eingestellt werden, das empfohlene Maximum liegt bei 180kg – was für eine Bremse mehr als ausreicht. Die bereits angekündigten, herunterladbaren Fahrzeug-Profile bieten die spannende Möglichkeit, das Pedalgefühl echter Autos bis ins Detail mit minimalem Aufwand nachzustellen.

Für wen ist das Pedal nun gedacht?

Natürlich würden nicht alle SimRacer dieses Feature nutzen. Die meisten bleiben bei einer Pedal-Einstellung, sobald sie eine für sich komfortable gefunden haben und ändern sie nicht mehr, aber wer oft das Auto wechselt und es so authentisch wie möglich fahren will, dürfte sich über das praktische Feature freuen. Das zusätzliche Feedback macht es möglich, das Limit beim Bremsen und Beschleunigen einfacher zu finden, da man spüren kann, wann TC oder ABS eingreifen und dadurch eine Orientierungspunkt hat, an den man möglichst nah heran, aber nicht darüber hinaus möchte.

Viele SimRacer konnten derweil den Preis für die Pedale nicht verstehen – drei Stück kosten immerhin über 6000€ – und würden dafür lieber ein eigenes Track-Day-Fahrzeug kaufen, aber es ist wichtig im Kopf zu behalten, dass Simucube mit dem Active Pedal eher nicht den Massenmarkt im Visier hat. Professionelle Fahrer, Konstrukteure von High-Tech-Simulatoren, Rennteams oder Erlebnis-Locations dürften eher ein Auge auf die Pedale werfen.

Trotzdem werden SimRacer wohl von Simucubes Entwicklung profitieren, selbst wenn sie nie ein Rennen auf den finnischen Pedalen bestreiten: Andere Hersteller werden den Trend nicht verpassen wollen und somit eigene Ressourcen für Pedale mit aktivem Feedback bündeln. Ähnlich ist es mit Direct-Drive-Wheelbases gelaufen: Noch vor fünf Jahren waren sie für die meisten SimRacer zu teuer, aber der Wettbewerb hat viele neue Namen hervorgebracht und die Preise entsprechend fallen lassen.

Zwar wird Geduld für diese Entwicklungen nötig sein, aber es ist wahrscheinlich, dass Pedale mit aktivem Feedback letztlich deutlich erschwinglicher sein werden. Die kommenden Jahre sollten daher in dieser Hinsicht spannend werden um zu sehen, wie die verschiedenen Hersteller ihre eigenen Wege für diese Art von Pedalen finden.