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Die richtige Rennvorbereitung: Hotlaps helfen nicht

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Übung macht den Meister – das ist ein zentrale Philosophie, den man im SimRacing im Hinterkopf behalten sollte. Nichts hilft dem Rennhandwerk und der Streckenkenntnis so sehr wie eine Menge Runden in einer bestimmten Auto/Strecken-Kombination, aber nicht alle Rennen sind gleich: Die Unterschiede beginnen bereits im Training, und insbesondere Langstreckenrennen erfordern eine andere Herangehensweise an diese wichtigen Testrunden.

Es kann leicht passieren, dass man in jeder Runde die schnellste Zeit hinlegen will – schließlich sitzt man in einem Rennwagen, wenn auch in einem virtuellen, und in einem solchen will man schnell fahren. Da Geschwindigkeit bei weitem nicht das Einzige ist, was man braucht, um in langen Rennen erfolgreich zu sein, würde die Konzentration auf die reine Geschwindigkeit während des eigentlichen Rennens allerdings nicht viel bringen, wenn man das Auto nicht konstant auf der Strecke halten kann.

Stattdessen ist es in der Regel vorteilhafter, in längeren Sessions zu trainieren. Sowohl in SimRacing als auch in echten Langstreckenrennen verändern sich die Fahrzeuge ständig, sei es durch Reifenverschleiß, Kraftstoffverbrauch oder andere Umstände wie das Wetter. Aus diesem Grund ist es absolut wichtig, sein Auto in- und auswendig zu kennen, was bedeutet, dass ein paar schnelle Runden auf der Rennstrecke nicht viel bringen werden. Meiner Erfahrung nach ist es viel effektiver, komplette Rennstints zu üben, da man so erfährt, wie sich das Auto verändert, wenn die Reifen abgenutzt sind und der Tank leerer wird.

Konstante Wohlfühl-Pace

Beständigkeit ist in diesem Fall der Schlüssel, was bedeutet, dass die Jagd nach der schnellsten Rennrunde während des gesamten Rennens die meisten SimRacer fehleranfälliger macht und sie die Zeit verlieren, die sie vielleicht gewonnen hätten, wenn sie eine bestimmte Anzahl an Runden fehlerfrei und insgesamt schneller absolviert hätten. Ideal ist es, für sich eine Pace zu finden, mit der man sich im Auto wohlfühlt und die man konstant abliefern kann.. Man kann immer noch pushen, wenn es nötig ist, zum Beispiel im Kampf um Positionen gegen Ende des Rennens, aber letztlich geht es darum, sein Tempo zu fahren und sich nicht zu sehr darum zu kümmern, was die Konkurrenz macht.

Das hört sich kontraintuitiv an und ist das komplette Gegenteil eines Sprintrennens, aber wenn man einfach nur konstant ist, kommt man sehr weit – so habe ich es beispielsweise geschafft, einen Nissan GT-R in einer ACC-Liga Anfang 2021 auf den zweiten Platz in der Gesamtwertung zu bringen, obwohl ich nur ein einziges Rennen gewonnen habe.

Wichtiger Wetterbericht

Wenn die Langstreckenliga oder -veranstaltung eurer Wahl einen Trainingsserver anbietet, ist es ratsam, diesen zur Vorbereitung auf das bevorstehende Rennen zu nutzen, da dort normalerweise die im Rennen erwarteten Wetterbedingungen auf euch warten. Es nützt auch nichts, sich bei perfekten Bedingungen vorzubereiten, wenn die Strecke feucht oder sogar deutlich kühler ist, sobald die Ampel auf Grün schaltet.

Natürlich kann kein noch so gutes Training SimRacer auf die unvorhersehbaren Dinge vorbereiten, die während der Rennen selbst passieren – das sind einfach Erfahrungen, die auf der Strecke gesammelt werden müssen. Allerdings kann das Üben auf eine Art und Weise, die den Anforderungen der tatsächlichen Veranstaltung nahe kommt, dabei helfen, auch diese Szenarien zu vermeiden – zumindest bis zu einem gewissen Grad.