IInsights

Auch nach frühen Crashes: Weiterfahren lohnt sich

Keine Kommentare

All die Vorfreude und Vorbereitung auf ein Rennen kann im Motorsport wie im SimRacing nach nur wenigen Sekunden in sich zusammenfallen: Berührungen in der ersten Kurve oder sogar früher können eine Strategie fast sofort entgleisen lassen, was viele SimRacer in solchen Situationen veranlasst, das Auto abzustellen und etwas anderes zu tun – wodurch sie aber einiges verpassen können.

Das Phänomen, das sich am besten als Rage Quit bezeichnen lässt, tritt häufig auf öffentlichen Servern auf, aber selbst größere Events oder Ligen sind dagegen nicht immun: Etwas geht schief, sei es durch einen eigenen Fehler oder den eines Gegners, oder aber einfach durch Pech, und ohne Verzögerung verringert sich die Zahl von Teilnehmern, da Fahrer aufgeben, obwohl ihre Autos noch fahren könnten.

Ihr Frust ist nachvollziehbar, besonders, wenn im Vorfeld viel Vorbereitung und Training in ein Event geflossen sind. Allerdings verwehren sich SimRacer so möglicherweise ihre besten Leistungen. Ein früher Unfall oder eine Strafe sind ein Stolperstein, aber eine alternative Strategie kann sogar von Vorteil sein – besonders in Oval-Rennen, in denen jederzeit eine Gelbphase ins Spiel kommen kann.

Es kommt aber noch ein weiterer Faktor ins Spiel, und das ist die veränderte Einstellung zum Rennen. Nach einem frühen Zwischenfall am Ende des Feldes zu sein und die geplante Strategie über Bord werfen zu müssen, kann zum Gedanken „Ich habe nichts zu verlieren“ führen, und dieser lässt einige SimRacer besser fahren, als wenn alles nach Plan gelaufen wäre. Kein Druck, keine Erwartungen einer guten Position im Ziel können befreiend wirken.

Zusätzlich sollten SimRacer eins im Hinterkopf behalten: Wenn ihnen unglückliche oder ärgerliche Zwsichenfälle passieren, ist es wahrscheinlich, dass es anderen Autos ebenso passieren wird – besonders in längeren Rennen. 20-minütige Sprints mögen die Ausnahme sein, aber schon bei F1-Rennen über die volle Distanz, die rund 90 Minuten dauern, lohnt es sich, weiterzufahren, und bei Langstreckenrennen noch mehr. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Rennen über die Bühne geht, ohne dass anderen Fahrern im Verlauf ebenfalls Missgeschicke passieren.

So schwierig es manchmal ist, lohnt es sich doch, nach frühen Zwischenfällen auf die Zähne zu beißen. Eines der berühmtesten Zitate des legendären Formel-1-Kommentators Murry Walker besagt: „In Grand-Prix-Rennen kann alles passieren, und das tut es normalerweise auch“, was den Punkt dieses Artikels perfekt zusammenfast – wobei er natürlich nicht nur auf die Formel 1 begrenzt ist.