WRC 10 Safari Rally Kenya Hyundai

IGuides & Hardware & Insights

Rig-Upgrade: Rallye profitiert mehr als Rundstrecke

Keine Kommentare

Der Umstieg auf ein komplettes Rig ist eines der besten Upgrades, die ein SimRacer machen kann. Die zusätzliche Stabilität und die Anpassungsmöglichkeiten sorgen für ein angenehmeres Erlebnis – aber eine Disziplin profitiert davon mehr als andere: Während Rennen auf Rundkursen in GT3- oder Formel-Autos zwar auch angenehmer werden, sind die Auswirkungen beim Rallyesport noch ausgeprägter, wie ich kürzlich herausgefunden habe.

Nachdem ich jahrelang einen Wheelstand und einen IKEA-Sessel benutzt hatte, stieg ich Ende 2021 endlich auf ein richtiges Rig um. Die Vorteile wurden sofort deutlich: Ich musste mein Equipment nicht mehr jedes Mal aufbauen, wenn ich ein Rennen fahren wollte, und sie danach wieder zurückstellen. Immer die gleiche Position, die man für sich selbst eingestellt hat, und kein Flex mehr, der beim Drehen des Lenkrads teilweise heftig ausfiel, besonders in hektischen Situationen.

Ihr ahnt wahrscheinlich schon, worauf ich hinaus will: Rallyefahren ist praktisch von Anfang bis Ende eine hektische Angelegenheit – aber irgendwie hatte ich noch nie eine Rallye-Simulation auf dem Rig ausprobiert, seit ich es habe. Ich erinnerte mich an das Review, das ich im vergangenen Jahr zum Erscheinen von WRC 10 geschrieben hatte, also beschloss ich, es noch einmal damit zu versuchen – aber diesmal ohne die Angst, einen Wheelstand durchs Wohnzimmer zu schleudern.

Der Unterschied ist wie Tag und Nacht: Selbst Stellen, die blitzschnelle Reflexe erfordern, vor allem die irrsinnig schnellen Asphaltetappen in Belgien und Spanien, konnte ich mit viel mehr Selbstvertrauen bewältigen. Während der Gedanke, aus Versehen etwas zu verschieben und es dann wieder richten zu müssen, während ich bei 170 km/h auf einer Schotterpiste durch einen Wald pflügte, früher immer im Hinterkopf war, ist diese Ablenkung nun völlig verpufft. Klar, meine Fähigkeiten auf Schotter sind immer noch ein katastrophal, aber immerhin sind sie nun sicherer und katastrophal.

Moderne Rundstrecken-Rennwagen erfordern meist sanften Input, weshalb es möglich ist, auch mit einer etwas improvisierten Ausrüstung wie meiner Kombination aus Wheelstand und Sessel konstant zu fahren. Die meiste Zeit kommt man gut zurecht, und die eine oder andere chaotische Situation kann gemeistert werden. Aber die Natur des Rallye-Rennsports macht ihn zu einer völlig anderen Disziplin, nicht nur wegen seines Point-to-Point-Formats im Vergleich zu Rundstreckenrennen, sondern auch wegen der Anforderungen, die an den SimRacer gestellt werden, um sie zu bewältigen.

Denkt ihr also über euer nächstes Upgrade nach, solltet ihr auf jeden Fall ein komplettes Rig in Betracht ziehen, wenn ihr den Platz dafür habt. Leider ist dies eines der teureren Upgrades, aber andererseits sind gute Loadcell-Pedale auch nicht gerade billig – und diese sind das andere „Sofort-Upgrade“-Equipment, wenn ihr davon noch keinen Satz solltet. In beiden Fällen ist es wichtig zu wissen, dass die Ausrüstung allein euch nicht schneller machen wird. Sie wird aber definitiv helfen, konstanter zu fahren, und das ist ein Schlüssel zu guten Ergebnissen.