A damaged Porsche 718 Cayman Clubsport GT4 in the paddock

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Schaden vs kein Schaden: Was ist sinnvoll?

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Mit dem Ziel, den realen Sport nachzubilden, berücksichtigt SimRacing viele Elemente, um das Erlebnis glaubhaft zu machen. Das bedeutet natürlich, dass die Simulationen auch Schäden einbeziehen müssen – aber es gibt Optionen, diese zu reduzieren oder sogar auszuschalten. Die Frage ist nur: Sollte man das tun?

Die Frage, ob man mit aktiviertem Schadensmodell fahren soll oder nicht ist schwierig zu beantworten, da es keine Lösung gibt, die für alle individuellen Szenarien passt. Wenn ihr ein Maximum an Realismus anstrebt, gilt das auch für die möglichen Beschädigungen, weshalb ihr die Option aktivieren solltet. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Thema damit abgehandelt wäre.

Ein offensichtlicher Vorteil dieser Frage ist, dass ihr bei aktiviertem Schaden wahrscheinlich etwas vorsichtiger fahren werdet, nicht nur bei Kämpfen mit anderen Autos, sondern auch allein, da ein zusätzliches Risikoelement ins Spiel kommt. Da es passieren kann, dass man sein eigenes Rennen oder das von Konkurrenten aufgrund von ein oder zwei falsch eingeschätzten Situationen plötzlich beendet, kann euch dies indirekt helfen kann, euer Rennhandwerk zu verbessern. Zudem lernt ihr, wie man Probleme umfahren kann, die durch einen verformten Frontsplitter oder ähnliches verursacht werden, und wie man beurteilt, ob es sich lohnt, wegen des Schadens an die Box zu fahren oder nicht.

Andererseits besteht der offensichtliche Nachteil darin, dass euer Rennen zu Ende sein kann, bevor ihr überhaupt die erste Kurve erreicht habt – vor allem in öffentlichen Lobbys, in denen das Fahrniveau tendenziell etwas niedriger ist, passiert dieses Szenario nicht selten. Wenn ihr also sicher sein wollt, dass alle Teilnehmer auch dann noch Spaß haben und fahren können, wenn mal etwas schiefgeht, sollten zumindest schwere Beschädigungen ab- oder gar der Unverwundbarkeitsmodus eingeschaltet werden. Eine weitere Option in vielen Simulationen ist es, den mechanischen Schaden beizubehalten, aber den Crash-Schaden auszuschalten – eine nette Zwischenlösung.

Diese eignet sich auch gut zum Erlernen neuer, insbesondere längerer Pisten. Schätzt ihr eine Kurve falsch ein und landet in den Leitplanken müsst ihr dann nicht zurück an die Box und von vorne beginnen – die Nürburgring Nordschleife ist ein Paradebeispiel dafür. Anstatt zum Start zurückzukehren und den Abschnitt bis zu Ihrer Problemkurve mehrmals zu fahren, aber nicht die Teile danach, könnt ihr stattdessen eure Runde beenden und den Rest der Strecke weiter lernen, um es beim nächsten Mal erneut mit der Problemkurve zu versuchen.

Hinzu kommt, dass schlechte Angewohnheiten, die zu mechanischen Problemen führen würden, sei es durch das Setup oder durch Ihren Fahrstil, auf diese Weise verhindert werden, was eure Lernkurve weiter verbessert. Für erfahrene SimRacer macht es vielleicht keinen großen Unterschied, ob der Schaden ein- oder ausgeschaltet ist, da sie ihr Fahrverhalten in der Regel auf ein Auto abgestimmt haben, das Kollisionen nicht unbeschadet übersteht und unabhängig von der Einstellung entsprechend fahren werden.

Die Frage nach dem Schadensmodell hängt von vielen Faktoren, vor allem aber von der Streckenkenntnis und den allgemeinen Fähigkeiten eines SimRacers. Es wäre jedoch sinnvoll, darauf hinzuarbeiten, dass man irgendwann mit vollem Schaden fahren kann, zumal die meisten Ligen, Langstrecken-Events oder sogar Esport-Events das gesamte Spektrum der vorhandenen Schadensmodelle nutzen. In gewisser Weise kann man es als eine Art Fahrhilfe betrachten – und die sollte man so schnell wie möglich abschalten, wenn sie im echten Auto ebenfalls nicht verfügbar sind.