GT4 cars racing at the Nürburgring in Assetto Corsa Competizione

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Warum ihr GT4-Autos eine Chance geben solltet

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Die Hauptattraktion im SimRacing ist GT3, schon seit einigen paar Jahren – sei es für Competitions oder Fun-Events. Assetto Corsa Competizione, iRacing, rFactor 2, RaceRoom und Automobilista 2 bieten die Klasse allesamt in unterschiedlichem Umfang auf – aber was oft übersehen wird, ist die Klasse direkt darunter: GT4. Und das sollte nicht sein.

Es besteht kein Zweifel daran: GT3 ist derzeit die populärste Klasse im SimRacing, und GT4 ist meist nur ein Nebenschauplatz. Die ACC-Version der Klasse ist nicht verfügbar, es sei denn, man kauft den entsprechenden DLC, und außerdem sind die schnelleren Autos eine Klasse höher immer noch zugänglich und gut zu lernen, was bedeutet, dass es wenig Anreiz gibt, in ihren langsameren Cousins eine Runde zu drehen.

Zugegeben, es ist leicht zu verstehen, warum das so ist. GT4-Autos sehen etwas weniger nach Rennwagen aus, mit weniger ausgefeilter Aerodynamik und ohne aggressive Bodykits. Sie sind in den Kurven etwas langsamer, brauchen etwas längere Bremswege und sind im Verlauf einer Runde alles in allem etwas langsamer. Es gibt jedoch einen Bereich, in dem sie ihren schnelleren Vettern mindestens ebenbürtig sind: Spaß.

GT4-Autos kleben vielleicht nicht so an der Strecke wie GT3-Fahrzeuge, aber dadurch fühlen sich viele von ihnen lebendiger an. Punktgenaues Fahren wird immer noch belohnt, aber das Heck im Zaum zu halten, kann in manchen Fällen eine Herausforderung sein. Auch bei der Höchstgeschwindigkeit liegen sie nicht allzu weit auseinander, was vor allem auf das geringere Gewicht der GT3-Fahrzeuge zurückzuführen ist. Interessanterweise sind auch die Leistungswerte recht ähnlich, wobei das GT3-Modell von Mercedes-AMG nach Angaben des Herstellers nur 6 PS mehr leistet als die 544 PS starke GT4-Variante.

Bei den Fahrzeugen handelt es sich um leicht modifizierte Versionen ihrer straßenzugelassenen Gegenstücke, was bedeutet, dass sie auch viele ihrer Eigenschaften teilen. Das sorgt für eine spannende Mischung aus Autos mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen, genau wie bei GT3-Fahrzeugen. Die GT4-Autos sind als Einstiegsklasse in den GT-Rennsport konzipiert und helfen bei der Entwicklung des Rennhandwerks, aber auch erfahrene SimRacer werden ihren Spaß an ihnen haben. Da sie relativ einfach zu fahren sind, kann man versuchen, das Limit zu finden, ohne sich um Setups zu kümmern – zumindest nicht in solch großem Umfang wie bei den schnelleren Autos.

Wenn man in ein virtuelles GT4-Fahrzeug einsteigt, bedeutet das natürlich einen Rollentausch bei Multi-Class-Rennen: Anstatt nach Möglichkeiten zu suchen, langsamere Autos zu überrunden, ist es nun viel wichtiger, den Rückspiegel im Auge zu behalten und gleichzeitig den Fokus auf die eigenen Kämpfe nicht zu verlieren – ein gutes Stück Rennhandwerk, das sich zu lernen lohnt, selbst für schnellere Autos.

Derweil sind aber auch die Einzelklassenrennen sehr umkämpft: Genau wie GT3-Autos unterliegen auch GT4-Fahrzeuge BoP-Anpassungen, was zu engen Rennen führt. Sie werden in zahlreichen Sprintserien eingesetzt, sind aber auch bei längeren Langstreckenrennen wie dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring dabei.

Der Klasse eine faire Chance zu geben, sollte daher ein Punkt auf der Agenda eines jeden SimRacers sein. Wer das nicht tut, verpasst unter Umständen eine Menge Spaß – und bis auf rF2 haben alle eingangs erwähnten Sims GT4-Autos in ihren Fahrzeuglisten.