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SimRacing-Hardware schnell erklärt: Pedale

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Ihr möchtet in die virtuellen Fußstapfen von Max Verstappen und Lando Norris treten? Euer Interesse am SimRacing-Einstieg ist seit kurzem geweckt? Wie bei einem echten Rennfahrer, spielt auch im SimRacing das Equipment eine wichtige Rolle, damit ihr möglichst viel Spaß habt und eure bestmögliche Performance abrufen könnt. In diesem Beitrag werfen wir gemeinsam mit euch schnell und kompakt einen Blick auf Pedale im SimRacing und auf was es dabei ankommt.

Da ich mit meinem SimRacing Setup vor allem für echte Renneinsätze trainiere, ist mir ein möglichst realistisches Fahrgefühl sehr wichtig. Vor allem aber kann man mit den passenden Pedalen konstanter seine Leistung abrufen. Warum das so ist, erklärt sich durch die Technologie, die in den Pedalsets steckt.

Was das Racing-Herz begehrt

In den Anfangszeiten von Rennspielen wurden Wheel Base-, Lenkrad- und Pedaleinheit typischerweise als gebündeltes Set angeboten. Mit einem stark wachsenden Markt und Weiterentwicklung der Technologien, wurden zahlreiche neue Produkte und Segmente geschaffen. Mittlerweile gibt es von preisgünstigen Bundle-Paketen mit Pedalen und Lenkradeinheit bis hin zu professionellen, hydraulischen Pedalkonstruktionen, die einer echten Rennwagen-Pedalerie in nichts nachstehen, alles was das Racing-Herz begehrt.

Aktuell haben sich drei Pedal-Typen auf dem Markt etabliert – Potentiometer-basierte Pedale, Pedale mit Hall-Effekt-Sensor sowie Pedaleinheiten mit einer sogenannten Load-Cell-Einheit. Übersetzt bedeutet das, dass im Grunde der Unterschied zwischen preisgünstigen und teuren Pedalen neben der Verarbeitungsqualität insbesondere im Gefühl und der Reaktion des Bremspedals liegt.

Das Bremspedal in einem echten Auto erzeugt beim Drücken einen zunehmenden Widerstand gegen euren Fuß. Je stärker ihr bremst, desto mehr Kraft müsst ihr aufbringen. Im echten Rennfahrzeug können das weit über 100 Kilogramm Bremsdruck sein. Preisgünstige Pedale dagegen fühlen sich eher gleichmäßig an und versteifen sich erst am Ende des Anschlags. Damit müsst ihr euch bei diesen Pedalen den Pedalweg merken, während ihr bei teureren Pedalen mit dem sogenannten Muskelgedächtnis intuitiver und wiederholbarer den richtigen Bremsdruck trefft.

Aller Anfang ist leicht

Bei einem Potentiometer handelt es sich im Wesentlichen um einen Positionssensor. Mit Hilfe eines mechanischen Widerstands wie einer Feder oder einem Dämpfer, wird die Position des Pedals gemessen und vom Rennspiel als Bremskraft interpretiert. Die progressive Pedal-Federung des Logitech G923 sowie des Thrustmaster T300 RS versuchen sogar das Verhalten eines druckempfindlichen Bremssystems zu imitieren.

Fanatec CSL Elite Pedale * (UVP 99,95€)
Thrustmaster T150 PRO ForceFeedback * (UVP 249,99€)
Logitech G923 * (UVP 388,95€ )
Thrustmaster T300 RS * (UVP 399,99€)

Hall-Effekt-Sensoren erzielen ein vergleichbares Ergebnis wie ein Potentiometer, messen jedoch den Abstand zwischen einem Magneten und dem Sensor selbst, der dann in ein elektrisches Signal umgewandelt und vom Spiel als Bremskraft erkannt wird. Während immer noch die physische Position des Pedals und nicht der Bremsdruck gemessen wird, ist es weniger fehleranfällig, da wir uns hier nicht auf mechanisch bewegliche Teile verlassen müssen.

Mehr Biss durch neue Technologien

In höherwertigen, aber auch teureren Pedalen, sind langlebige Load Cells (Wägezellen) in den Pedalarm integriert und messen die auf die Bremse ausgeübte Kraft. Im Gegensatz zu Pedalen mit Potentiometern, könnt ihr hier einen realistischen und starken Bremspedaldruck aufbauen und dabei wie im echten Rennfahrzeug mit Muskelspannung entsprechend präzise und gefühlvoll bremsen. Sie sind unempfindlich gegen Staub und Schmutz und nutzen nur sehr wenig ab, daher versprechen sie eine hohe Genauigkeit und Haltbarkeit. Zudem können verschiedene, individuelle Einstellungen an den Pedalen vorgenommen werden.

– Thrustmaster T-CLM (UVP 199,99€)
– Fanatec CSL Elite Pedale LC (UVP 229,95€)
Fanatec ClubSport Pedale V3 * (UVP 359,95€)
– Heusinveld Engineering Sim Pedals Sprint (2 Pedal-Set) (UVP 599,00€)
– Heusinveld Engineering Sim Pedals Ultimate (2 Pedal-Set) (UVP 1.079,00€)
– SIMTAG Hydraulic Pedal (Silver) (UVP 2.286,90€)

In der Regel sind diese Pedale auch noch einmal deutlich besser verarbeitet und setzen mitunter auf stabile Aluminium- und Metallkonstruktionen, um den hohen Bremskräften gerecht zu werden. Auch als invertierte Variante ist das ein oder andere Pedal-Set erhältlich.

Weit verbreitet sind die Preis-Leistungs-starken Fanatec ClubSport Pedale V3, die mit einer 90 Kilogramm-Load-Cell am Bremspedal und kontaktlosen Hallsensoren an Gas- und Kupplungspedal ausgestattet sind. Die Fanatec CSL Elite Pedale können mit einer Load Cell nachgerüstet werden, während die Thrustmaster T-CLM Pedale eine 100 Kilogramm-Load-Cell bieten und noch vergleichsweise neu auf dem Markt sind.

Fußarbeit wie die Profis

Solltet ihr bereit sein, ein noch höheres Investment für SimRacing-Pedale zu tätigen, bieten Hersteller, wie Heusinveld Engineering oder SIMTAG, passende Pedal-Sets für ein möglichst reales Gefühl im SimRacing-Fußraum.

Diese High-End-Pedale bieten zusätzliche Einstellmöglichkeiten und werden in den professionellsten Rennsimulatoren eingesetzt. Sie ermöglichen mit einer 120 Kilogramm-Load-Cell bei den Heusinkveld Engineering Sim Pedals Sprint und einer 200 Kilogramm-Load-Cell bei den Heusinkveld Engineering Sim Pedals Ultimate Pedalkräfte, die sonst in Formel- und LMP-Fahrzeugen auftreten. Dabei sind Gas- und Kupplungspedal mit hydraulischen Dämpfern ausgestattet. Das hat natürlich auch seinen Preis.

Voraussetzung für den Einsatz ist allerdings unbedingt ein stabiles SimRacing Rig, dass sich bei größeren Bremspedaldrücken nicht nach hinten biegt. Ich habe vom Logitech G29 über die Fanatec CSL Elite LC Pedale und Fanatec ClubSport Pedale V3 bis hin zu den Heusinkveld Engineering Sim Pedals Ultimate schon einige Pedal-Einheiten über die letzten Jahre zuhause an meinem eigenen SimRacing Rig eingesetzt.

Mit dieser Erfahrung kann ich euch bestätigen, dass bessere Pedale euch nicht unbedingt schneller, aber mit Sicherheit konstanter machen können. Dabei lohnt sich insbesondere bei Pedalen ein größeres Investment in Load-Cell-Pedale, da sich das Fahrgefühl noch einmal deutlich realistischer anfühlt. Bei den Fanatec ClubSport Pedale V3 empfehle ich das zusätzliche Brake Performance Kit. Bei den Heusinkveld Engineering Sim Pedals Ultimate, die ich aktuell nutze, habe ich das Kupplungspedal weggelassen und auch bisher nicht vermisst.