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Meine iRacing-Karriere: Frust beim Indy 105

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iRacing gilt als der Gold-Standard für kompetitives SimRacing. Keine andere Simulation verfügt über ein vergleichbar gutes Multiplayer-System, das die Rennen eher wie echte Veranstaltungen behandelt. SimRacing Unlimited-Redakteur Yannik Haustein macht nun seine längst überfälligen ersten Schritte in der Sim und nimmt euch mit auf die Reise – die wie beim Special Event zum Indy 500 auch frustrierend sein kann.

Special Events in iRacing sind Highlights im Kalender, und für mich persönlich, ist das Indy 500 wohl das spannendste – als großer IndyCar-Fan dürfte das keine Überraschung sein. Allein für dieses Event habe ich schon vor Monaten den Grind für die entsprechende Oval-Lizenz in Angriff genommen – ohne 4.0-D-Lizenz kein Start. Nachdem ich einmal Spaß an den Ovalrennen gefunden hatte, schaffte ich es sogar bis zur C-Lizenz.

Klar, dass die Aufregung dann hoch war: Es sollte mein erstes längeres Superspeedway-Rennen werden, zuvor hatte ich trotz zeitlicher Limitationen fleißig trainiert, sowohl allein als auch mit Konkurrenz auf der Piste. Während schnell klar wurde, dass es zwar viel Konzentration erfordern, an sich aber kein Problem sein würde, einen Stint allein zu fahren, war es ein komplett neues Erlebnis, hinter anderen Fahrzeugen durch die Kurven zu fahren – der Effekt, den die Dirty Air hat, ist enorm und erfordert eine andere Herangehensweise an die vier Kurven, um nicht an der Betonmauer zu landen.

Endurance-Mindset für den Start

Trotzdem fühlte ich mich gut gerüstet. Das Endurance-Mindset, mich aus dem Chaos zu Beginn herauszuhalten im Hinterkopf ging ich sogar von Platz zehn ins Rennen. Mit 32 Konkurrenten machte ich mich also auf die Reise, die 200 Runden dauern sollte – allerdings nicht in Dreier-Reihen, sondern in Zweier-Formation. Das war zwar nicht authentisch, vermutlich aber besser, um einen enormen Start-Crash zu vermeiden.

Das klappte zunächst auch, nach zwei Runden gab es dann aber die erste Gelbphase. Längst kein Grund, bereits in die Box zu kommen, weder Benzin noch Reifen waren sonderlich verbraucht. Den Start hatte ich im dritten Gang versucht, dadurch aber vier Plätze verloren – der zweite Gang wäre besser gewesen. Entsprechend war ich beim Re-Start auf Rang 14, bis zur nächsten Gelbphase wenige Runden später blieb ich auch dort. Dann ging es zum ersten Stop und zurück auf Platz 17.

Nach dieser Unterbrechung ging es allerdings steil bergab: Ein einziger Moment, in dem ich mich verschätzt habe, sorgte dafür, dass ich in die Mauer untersteuerte. Das Auto konnte ich zwar noch an die Box schleppen – eine Gelbphase gab es kurioserweise erst, als ich bereits die rund zwei Minuten Reparaturzeit absaß – aber das bedeutete auch zwei Runden Rückstand. Immerhin konnte der Schaden restlos behoben werden.

Frühes Ende beim Re-Start

Dem Re-Start folgte eine weitere Unterbrechung, und als es dann wieder los ging, war ein Konkurrent auf der Start-Ziel-Geraden zu schnell unterwegs, um nicht schon vor der Linie zu überholen, bremste – und ich fuhr ihm hinten ins Auto. Resultat: Schiefe Lenkung, noch ein Reparaturstopp sowie die Feststellung, dass die Aufhängung dieses Mal nicht auf Vordermann gebracht werden konnte und daher 20km/h Topspeed fehlten. Weiterzufahren hätte also wenig Sinn ergeben.

Statt 200 Runden im Brickyard zu drehen, war stattdessen nach nur 42 Umläufen Schluss. Nach all der Aufregung und Vorbereitung machte sich Enttäuschung breit, zusätzlich zum Frust, der bereits im Rennen gekommen war. Letztlich half aber aller Ärger nichts – eine weitere Chance gab es nicht, da ich am einzigen Sonntags-Timeslot am Event teilgenommen hatte.

Blick nach vorn

Auch wenn kein wirkliches Ergebnis dabei herausgekommen ist, war mein Indy 105 (42 Runden à 2,5 Meilen) auf seine Art trotzdem lehrreich – nämlich für den mentalen Umgang mit solchen Rennen. Natürlich war es sehr schade, dass das Event für mich so schnell vorüber war, allerdings war ich gedanklich schnell beim Special Event für 2023, mit dem festen Vorsatz, dass es dann besser laufen würde. Bis dahin dürften zudem einige längere Rennen in der „Indy Oval Fixed“-Klasse als Erfahrung hinzukommen. Die Lektion ist wohl am besten damit zusammengefasst: Schaut nach vorn, so schnell es geht. An einem frustrierenden Rennen lässt sich sowieso nichts mehr ändern.